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Dauerausstellung - Virtueller Gang durch unser Museum

Wir laden Sie ein zu einem kleinen Rundgang durch unser Museum.

Im Folgenden wollen wir einen Überblick über die wesentlichen Inhalte und Objekte unseres Museums geben. Begleiten Sie uns durch die vier großen Räume im Herzogschloss zu Straubing, wunderschön an der Donau gelegen.

Der Raum 1 beantwortet die Frage: Wo liegt Schlesien? Mit großen Wandkarten wird die Lage Schlesiens in Europa zu verschiedenen Zeiten, im Deutschen Reich und im heutigen Europa gezeigt. Dabei wird deutlich, dass Schlesien in seiner Geschichte stets eine Brückenlandschaft war und somit auch eine Brückenfunktion in Mitteleuropa hatte. Abschließend zeigt die Karte „Heimat Schlesien“ die größeren Städte, Flüsse und Gebirgslandschaften dieses Landes an der oberen und mittleren Oder.

Betritt man den Raum 2, so sieht man zur Rechten eine lebensgroße Holzfigur der Heiligen Hedwig, der Schutzpatronin Schlesiens. Sie steht gleichsam beispielhaft für den Beginn der deutschen Geschichte Schlesiens, die in diesem Raum im Überblick präsentiert wird. Beginnend mit der friedlichen mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung, die Schlesien in einem Prozess von zwei Jahrhunderten wirtschaftlich, rechtlich und sprachlich-kulturell in das mittelalterliche Deutsche Reich eingliederte, werden die wichtigsten Stationen der schlesischen Geschichte präsentiert. Die schlesischen Kriege unter Friedrich dem Großen (1740 ff.), der Befreiungskampf gegen Napoleon, der in Schlesien seinen Ausgang nahm (1813), der Vertrag von Versailles, der Schlesien ganz elementar betraf mit der Volksabstimmung in Oberschlesien über den Verbleib beim Deutschen Reich (1921), die NS-Zeit, während der sich eine der bedeutendsten Widerstandsgruppen in Schlesien bildete (Kreisauer Kreis) bis hin zu Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung am Ende und nach dem 2. Weltkrieg mit der Darstellung von originalem Fluchtgepäck. In der Mitte dieses Raumes werden Trachten und Brauchtum präsentiert, die das Alltagsleben der Menschen im 19. Und 20. Jahrhundert begleiteten.

Der Raum 3 ist den wichtigsten Wirtschaftszweigen Schlesiens und den kulturellen Leistungen der Schlesier gewidmet. Auf dem Gebiet der Wirtschaft werden vorgestellt: Die hervorragende landwirtschaftliche Produktion - Schlesien war eine der Kornkammern Deutschlands - die bedeutende Glas-, Porzellan- und Tonwarenindustrie, das Leinen– und Weberhandwerk (Weberaufstand 1844 , Gerhart Hauptmanns Drama „Die Weber“), der Tourismus im Riesengebirge, das Kur- und Bäderwesen, denn Schlesien hatte zahlreiche europaweit bekannte Bäder, und natürlich die Kohle- und Schwerindustrie Oberschlesiens, mit dem Ruhrgebiet das zweite große Industrierevier im Deutschen Reich. Das Modell eines niederschlesischen Kohlebergwerks aus dem Waldenburger Revier sowie mehrere aus Kohle geschnitzte Figuren, unter anderem die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute, können die Besucher bestaunen.
Aber auch der Beitrag Schlesiens zur gesamtdeutschen Kultur wird hier präsentiert. In der Barockliteratur war Schlesien führend in Deutschland, Eichendorff steht für die Romantik, der Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann mit seinen Dramen für den Naturalismus. Schlesien ist die Region in Deutschland mit den bis dahin meisten Nobelpreisträgern (13 an der Zahl), vor allem auf naturwissenschaftlichen Gebieten. Die Friedenskirchen (heute UNESCO Weltkulturerbe) oder die Jahrhunderthalle in Breslau, im Modell zu sehen, stehen für herausragende Baukultur.

Der Raum 4 ist den Themen Schlesien und Schlesier in Bayern gewidmet. Hier wird die Landsmannschaft Schlesien mit ihren vielfältigen Gruppen vorgestellt, aber auch Einzelpersönlichkeiten, die auf kulturellem, wirtschaftlichem oder sportlichem Gebiet Herausragendes geleistet haben. An einer Medienstation können Zeitzeugenberichte von Flucht, Vertreibung, Aussiedlung und Integration angehört, aber auch Historisches, Kulturelles und Kulinarisches über und aus Schlesien angesehen werden.
Vielleicht hat dieser virtuelle Rundgang bei Ihnen die Lust geweckt, unser Museum mit seinen beeindruckenden Objekten, die von vielen Schlesiern dem Museum übergeben wurden, zu besuchen. Kommen Sie und lassen Sie sich überraschen von einer Region, die Goethe, als er Schlesien mehrere Tage bereiste, als „zehnfach interessantes Land“ bezeichnet hat. Sie sind uns herzlich willkommen. Öffnungszeiten sind Mittwoch und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Schlesisches Schaufenster in Bayern –
Museum und Dokumentation
Herzogschloss
Schloßplatz 2b
94315 Straubing
ls-schaufenster@t-online.de
C.K.Kuznik-Obernburg@t-online.de